Details

Christ on the cross. Engraving on paper without watermark. (1508). C. 13.9 : 10.2 cm.
A rare print in an exceptionally fine, early Meder a-b impression, strong and warm printing. With round plate edges in the upper corners and a uniformly 3mm margin around the plate mark. In excellent condition.

Beschreibung

Bartsch 24; Meder 23 a-b (von e); Schoch/Mende/Scherbaum 61 a-b (von e).
Prachtvoller, tiefschwarzer Frühdruck in einem gleichmäßigen, gegensatzreichen Abzug und mit einem ca. 3 mm breiten Rändchen um die Plattenkante, die an den beiden oberen Ecken abgerundet ist. Diese pathetisch anmutende Kreuzigungsszene bildet eine Ausnahme in der Druckgraphik Dürers. Die wilde Dynamik früherer Darstellungen, die Christus mit wehendem Haar und Lendentuch zeigt, ist einer bleiernen Schwere gewichen. Das Kreuz ragt kühn in den Bildraum und schafft einen eigenen Bereich für die Trauernden, ein Kunstgriff, den Dürer wahrscheinlich während seiner Gesellenfahrt am Niederrhein kennengelernt hat. Dieses seltene Einzelblatt erzielte schon zu Lebzeiten des Künstlers einen enormen Wirkungsgrad. Die Übertragung der Vorlage in edles Material, beispielsweise die 1636 in Silber gravierte Kreuzigung nach diesem Stich, ist ein Beleg für die Wertschätzung des Blattes. Wegen des nicht erkennbaren Wasserzeichens ist eine eindeutige Zuordnung zu a oder b nicht möglich. Aufgrund der hervorragenden Druckqualität liegt der Zustand zwischen a und b. Mit einem winzigen Braunfleckchen im Unterarm des Johannes sowie an der oberen rechten Kante, ansonsten in tadellosem Zustand. In solcher Qualität und Provenienz von größter Seltenheit.
Provenienz: Aus der Sammlung Graf von Lepell, verso mit dem Stempel (Lugt 1672); aus der Sammlung J. O. Entres, verso mit dem Stempel (Lugt 2941); aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts der staatlichen Museen, Berlin, verso mit dem Stempel (Lugt 1606); sowie mit dem Tilgungsstempel des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen, Berlin, verso mit dem Stempel (Lugt 2398), verso mit einem russischen Sammlerstempel (nicht bei Lugt), sowie mit einem nicht identifizierbaren Stempel.