Lyonel Feininger

„Sailboats with black sails“.

Details

Oil on canvas. (19)15. C. 46 : 60 cm. Signed and dated lower left. Signed and dated again and inscribed with the title on the stretcher. Framed.
Well before sailing ships, regattas and the open sea became major themes in Feiningers work, he was already painting views of ships. However, in these early compositions, the shore and people still figure prominently, providing a scale and framework for the nautical scene. Feininger was influenced by the bold colours favoured both by the Fauves and by his fellow Berlin Secessionists. In this work, the sea is a pinkish red, the sky glows in shades of green ranging from a bright apple colour to a darker olive tone. The two sailors are dressed in marine blue, with one figure shoving the boat with his back, his feet in the water, while the other rows away from the shore. The scene is watched by a group of spectators on the beach. The faces all appear serious, the mouths drawn as a single line. But the noses are ridiculously long or pointed, turning these faces into clown-like masks with huge eyes. Grotesque works such as the present painting appeared again and again throughout Feiningers oeuvre. They reflect the artist’s humour and child-like delight for the bizarre. His playful use of shapes and colours seems particularly poignant in a period when Europe was at war.

Beschreibung

Hess 141.
Schon bevor Segelschiffe, Regatten und das offene Meer zu Feiningers großen Themen zählten malte er immer wieder Schiffe und Boote. In diesen frühen Arbeiten spielen Figuren und der Strand jedoch noch eine wichtige Rolle, in dem sie der Szene einen Maßstab und eine erzählerische Komponente verleihen. Feininger wurde in seiner Farbpalette von den starken Farben sowohl der Fauves und der Berliner Sezessionisten beeinflusst. In dieser Arbeit strahlt das Meer in einem Rosarot, der Himmel glüht in Grüntönen, die von sattem Apfelgrün bis zu Oliv reichen. Die zwei Matrosen sind in Marineblau gekleidet: Einer steht im Wasser und schiebt das Boot mit dem Rücken an, während der andere im Boot ins Meer hinausrudert. Die beiden werden von einer Gruppe von Zuschauern am Strand genau beobachtet. Alle Mienen scheinen ernst; die Münder sind als gerade Striche gezeichnet. Doch die Nasen erscheinen lächerlich lang oder spitz: So wirken die Gesichter mit den übergroßen Augen wie Clownsmasken. Groteske Arbeiten so wie diese erscheinen immer wieder in Feiningers Werk. Sie stehen für den Humor Feiningers und für seine kindliche Faszination an dem Skurrilen. Seine spielerische Verwendung der Formen und Farben erscheint besonders prägnant zu einem Zeitpunkt, in dem Europa von dem Ersten Weltkrieg erschüttert wurde.
In sehr gutem Originalzustand.
Ausstellung: Galeria L’Isola, Via Gregoriana 5, Rom 1971, verso mit den alten Zollstempeln auf der Leinwand und auf dem Keilrahmen.
Provenienz: Nachlass des Künstlers; Galerie in Berlin, verso auf dem Keilrahmen, mit Teilen eines alten Aufklebers; Galerie Gmurzynska, Köln, verso auf dem Abdeckkarton mit dem Aufkleber.