Julie de Kezel gewinnt den Karl & Faber Preis der Stiftung Kunstakademie München 2022

Welle oder Ohne Titel? Scheinsein oder a picnic under cover? Am Ende kürte die Jury beim diesjährigen Karl & Faber Preis die Arbeiten „Mycorrhizal network“ und „Micro Amorph Stiletto #1 #10“ zum Sieger – Werke der aus Gent stammenden Künstlerin Julie de Kezel.

Die Aufmerksamkeit der Jury richtete sich besonders auf die zehn 3D-gedruckten Kunstharzfinger, die aus der Wand ragen. Jeder Nagel ist mit einem detaillierten Miniatur-Ökosystem verziert, das Kunst und Ökologie, Natur und Synthetik sowie die Social-Media-Sphären der Nail Art und Spiele wie Warhammer 40.000 miteinander verbindet. „Ausschlaggebend für unsere Wahl war die humorvolle und fast spielerische Art, mit der de Kezel hier einige der wichtigsten und schwersten Themen der Kunst und Ökologie angeht“, urteilen die drei Juroren und Jurorinnen Gregor Quack (Erster Direktor Sammlung Boros, Berlin), Wolfgang Ullrich (Autor, Kunstkritiker, Leipzig) und Antje von Graevenitz (emeritierte Professorin für Kunstgeschichte, Autorin und Kunstkritikerin Amsterdam). „Diese Balance zwischen thematischem Ernst und künstlerischer Leichtigkeit halten wir für preiswürdig.“

32 Künstler und Künstlerinnen der Akademie der Bildenden Künste München hatten auf Empfehlung ihrer Professoren 47 Arbeiten eingereicht, alle von hoher Qualität. „Ich war von der Qualität und der künstlerischen Reife der eingereichten Arbeiten sehr beeindruckt“, so Dr. Rupert Keim, Geschäftsführender Gesellschafter Karl & Faber. „Wir sehen uns in unserer Entscheidung bestätigt, die Stiftung Kunstakademie München zu unterstützen und alle drei Jahre den Karl & Faber Preis zu verleihen.“

Die nominierten Werke werden bis zum 17. September 2022 im Auktionshaus zu sehen sein, täglich von 10 bis 18 Uhr und von 11 bis 17 Uhr am Wochenende. Die Preisträgerin kann zudem nächstes Jahr weitere Werke der Öffentlichkeit präsentieren. Mit der begehrten Auszeichnung erhält sie neben 2.000 Euro Preisgeld auch eine eigene Ausstellung in den Räumen von Karl & Faber sowie einen Zuschuss von 3.000 Euro für den Ausstellungskatalog. „Ich bin wirklich sehr dankbar für den Preis und freue mich auf die Möglichkeit, meine Arbeiten nächstes Jahr in einer Einzelausstellung mit einem neuen Publikum zu teilen“, so Julie de Kezel.