6. November 2019

Louis Karl verstorben

KARL & FABER Kunstauktionen trauert um seinen langjährigen beratenden Begleiter und Auktionator

Louis Karl, früherer alleiniger Inhaber (1971-2003) von KARL & FABER und einer der profiliertesten deutschen Kunstversteigerer unserer Zeit, ist Anfang Oktober im Alter von 77 Jahren in München verstorben.

Louis Karl, einer der profiliertesten deutschen Kunstversteigerer unserer Zeit, ist letzte Woche im Alter von 77 Jahren in seiner Heimatstadt München verstorben. „Der smarteste unter Münchens Auktionatoren“ (Elisabeth Müller, in: Abendzeitung, 1985) trat 1961 unmittelbar nach seiner Schulzeit, in die väterliche Firma ein, die Dr. Georg Karl zusammen mit Curt von Faber du Faur 1923 gründete. Nach Lehrzeit bei der renommierten Galerie und Auktionshaus Kornfeld in Bern, entwickelte er das Profil der Firma mit Kunst der Moderne und der Nachkriegszeit kontinuierlich weiter. Der Buchbereich, die eigentliche Wurzel der Firma, wurde 1971 mit dem Auktionshaus Hartung & Karl abgespalten. Bis Ende der 1980er Jahre hielt Louis Karl hieran einen 30 %-Anteil. Ein wichtiger Teil von Karls Erfolg lag in der kontinuierlichen Bearbeitung des US-amerikanischen Marktes, den er seit 1964 systematisch erschlossen hatte. Zahlreiche bedeutende Einlieferungen konnte er von dort gewinnen. Die US-amerikanischen Behörden zogen wie viele deutsche Gerichte den öffentlich bestellten und vereidigten Versteigerer als Sachverständigen regelmäßig heran, wenn es um die Begutachtung der Kunst der deutschen Moderne ging.

Höhepunkte seiner Laufbahn hatte Louis Karl insbesondere um das Jahr 1980. 1979 versteigerte er in der 150. Auktion eine der bedeutendsten Sammlungen mit Arbeiten auf Papier der deutschen Romantik, die mit einem Hammerpreis von 110.000 DM für eine Federzeichnung von Philipp Otto Runge ihren Höhepunkt fand. Zu einem Ereignis von internationaler Bedeutung wurde die Versteigerung der Sammlung des Verlegers und Barlach-, Beckmann- und Kubinfreundes Reinhard Piper im Juni 1981. Sie erbrachte einen Erlös von 3,3 Mio. DM um und setzte einen Meilenstein für den Markt für Papierarbeiten der deutschen Moderne.

Der unruhige Kunstmarkt in den 1990er Jahren, wachsende Konkurrenz und vor allem der frühe Tod seiner geliebten Frau Michaela setzten Louis Karl zunehmend zu, so dass er sich 2003 entschloss, die Geschicke der Firma jemand anderem zu übertragen. Mangels geeigneter Nachfolge in der Familie übernahm die heutige Karl & Faber Kunstauktionen GmbH der Familie Keim unter der Ägide von Dr. Rupert Keim das Kunsthandelsunternehmen. Louis Karl blieb aber der Firma weiterhin als Berater und Auktionator verbunden. Diese fruchtbare Zusammenarbeit währte über zwölf Jahre. Wissend, dass die Geschicke der Firma auch für die kommenden Jahre gesichert sind, zog er sich 2015 endgültig aus der Firma zurück.

Seine große Liebe galt sein Leben lang neben der Kunst den Tieren. Als ehemaliger Züchter von Zwergponys und Halter von Schildkröten, Papageien und Hunden sowie als passionierter Lachsangler genoss er das Leben in freier Natur. Nicht nur die Tiere, auch der Autosport war Teil seiner Passion. Schon als junger Mann nahm er an Autorennen teil.

Die Geschäftsleitung, das gesamte Team von Karl & Faber sowie alle ehemaligen Mitarbeiter von Karl & Faber werden ihn, eine unverwechselbare Persönlichkeit, vermissen. Er hinterlässt zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

Louis Karl in seinem Büro im Juni 1981.