23. Oktober 2019

Restitutionstagung: Der Kunsthandel weiß um seine Verantwortung

 

PDF | Pressemitteilung Restitutionstagung
PDF | Programm der Tagung

Die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel lädt zur ersten Tagung über Raubkunst und Restitution aus Sicht der Marktakteure ein

Am 14. Oktober 2019 findet bei KARL & FABER die Tagung „Fair und gerecht? Restitution und Provenienz im Kunstmarkt“ statt. Die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel veranstaltet die Konferenz in den Räumen des Münchner Kunstauktionshauses

Renommierte Wissenschaftler, Juristen und Vertreter des etablierten Kunsthandels diskutieren über Praxis, Probleme und Perspektiven im Umgang mit Raubkunst

Spätestens seit dem Fall Gurlitt ist das Thema „Raubkunst“ wieder ins Licht der breiten Öffentlichkeit geraten. Zollfahnder hatten im Jahr 2011 in einer Münchner Wohnung eine große Sammlung an Kunstwerken aus dem Nachlass eines in der Zeit des Nationalsozialismus tätigen Kunsthändlers entdeckt und sichergestellt.

Aber was ist überhaupt Raubkunst? Was zählt dazu? Wie geht der Kunsthandel mit Werken unklarer Herkunft um? Worauf müssen Sammler und Kunstbesitzer achten? Wie lassen sich – im Fall der Fälle – Anspruchsteller und Kunstbesitzer befrieden?

Die Tagung „Restitution und Provenienz im Kunstmarkt“ will Antworten auf diese Fragen geben. Unter dem Titel „Fair und gerecht?“ lädt die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel am 14. Oktober 2019 zu Vorträgen und Diskussionen nach München ein. Zum ersten Mal wird das historisch und juristisch komplexe Thema primär aus Sicht der Marktakteure beleuchtet.

Die Keynote „Recht, Gerechtigkeit, Frieden“ hält Professor Dr. Michael Wolffsohn, vielfach ausgezeichneter Historiker, Buchautor und Publizist im Bereich Zeitgeschichte. Renommierte Forscher wie Dr. Uwe Hartmann, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung beim Deutschen Zentrum Kulturgutverlustes in Magdeburg, prominente Juristen wie Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, Vorsitzender der Beratenden Kommission (früher sogenannte Limbach-Kommission) und ehemaliger Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, und der Berliner Rechtsanwalt Prof. Dr. Peter Raue konnten neben führenden Kunstmarktakteuren zu Referaten und Beiträgen gewonnen werden.

„Der etablierte Kunsthandel übt seine Profession mit hoher Expertise und Verantwortung für die Vermittlung und den Erhalt kultureller Güter aus“, sagt Dr. Rupert Keim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Kunstversteigerer und Vertreter der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel. „Das wird in der öffentlichen Diskussion oft vergessen. Mit der Tagung wollen wir den Blick erstmals darauf lenken. Sie soll neutral Einblick in die Arbeit und die professionelle Provenienzforschung im Kunsthandel geben und ein Zeichen für die Zukunft setzen. Eine Veranstaltung dieser Art hat es in Deutschland noch nicht gegeben.“

Die Tagung findet statt am
Montag, 14. Oktober, von 9 bis 18 Uhr,
im Auktionshaus KARL & FABER im Luitpoldblock,
Amiraplatz 3, 80333 München, 4. Stock.

Die Konferenz steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft
und Kunst, Bernd Sibler, MdL.

Das genaue Programm findet sich im Anhang.

Die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel wurde im Januar 2019 gegründet und vertritt die gemeinsamen berufsständischen und kulturpolitischen Anliegen ihrer Mitglieder gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik mit einer Stimme. Das neue Bündnis der Galerien, der Kunst- und Münzenhändler, der Antiquariate und Auktionatoren stellt mit rund 1.000 professionellen Mitgliedsunternehmen den Kern des deutschen Kulturgütermarktes dar. Die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel will vor allem die kulturelle Bedeutung der Arbeit ihrer Mitglieder hervorheben. Denn der Kunsthandel ist eine treibende Kraft für den Kulturstandort Deutschland. Seine Akteure zeichnen sich mit ihren Unternehmen durch öffentliche Zugänglichkeit, Präsenz auf internationalen Messen, Herausgabe von Publikationen aller Art, Kooperationen mit kulturgutbewahrenden Einrichtungen, Vermittlung von Leihgaben, Betreuung von Nachlässen, Beratung von Sammlern, Durchführung von Ausstellungen, die Entdeckung und Förderung von Künstlern, durch Fachwissen und Expertise sowie durch sorgfältigsten Umgang mit Kunstobjekten aus. Zu den Mitgliedern der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel zählen der Berufsverband des Deutschen Münzenfachhandels, der Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler, der Bundesverband Deutscher Kunstversteigerer, der Kunsthändlerverband Deutschland, der Verband Deutscher Antiquare sowie der Verband der deutschen Münzenhändler.

KARL & FABER wurde 1923 in München gegründet und ist eines der größten Kunstauktionshäuser in Deutschland. Unter den Kunstauktionshäusern der D-A-CH-Region hat es sich seit 2010 am dynamischsten entwickelt. (Quelle: artnet) Das Haus hat sich auf Alte Meister, Kunst des 19. Jahrhunderts, Moderne Kunst und Zeitgenössische Kunst spezialisiert. Ein Schwerpunkt ist die Provenienzforschung. KARL & FABER hat seinen Sitz in München mit Niederlassungen in Hamburg und Düsseldorf sowie Repräsentanzen in Tegernsee, Basel, London, Italien, Österreich und in den USA. Am Hauptstandort führt KARL & FABER sechs Auktionen pro Jahr durch, die sich jeweils einem Schwerpunktthema widmen. Seit Frühjahr 2019 führt KARL & FABER auch Online-Only-Auktionen durch. Neben dem Auktionsgeschäft veranstaltet KARL & FABER regelmäßig Verkaufsausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunst. Seit 2008 vergibt das Unternehmen gemeinsam mit der Stiftung der Kunstakademie München alle drei Jahre den KARL & FABER Kunstpreis. Das Haus engagiert sich zudem für den Münchner Kunststandort als Partner des Ausstellungsprojekts Various Others und seit 2017 als Förderer des experimentellen Kunstraums Loggia.

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Dr. Anne-Cécile Foulon
Leiterin Kommunikation & Development
KARL & FABER Kunstauktionen GmbH
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