30. August 2019

Fair und gerecht? Eine Tagung der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel

„Fair und gerecht? Restitution und Provenienz im Kunstmarkt. Praxis. Probleme. Perspektiven.“

Die Tagung steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler, MdL.

WANN: 14. Oktober 2019, 9.00 bis 18.00 Uhr
WO:       Karl & Faber, Amiraplatz 3, 80333 München

Die Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel organisiert erstmals eine Tagung, die das historisch und juristisch komplexe Thema der NS-Raubkunst auch aus Sicht der Marktakteure beleuchtet. Die Tagung gibt Einblicke in die Praxis des etablierten Kunsthandels. Ferner will sie einen Beitrag auf der Suche nach Best-Practice-Lösungen leisten, die dem Kunsthandel auch in Zukunft die Arbeit ermöglichen.

PDF | Einladung und Programm der Tagung

LOVIS CORINTH, Walchensee, 1923, Aquarell.
Ehem. Sammlung Prof. Dr. Curt Glaser (ab 1927 Direktor der Staatlichen Kunstbibliothek Berlin, seit Juni 1933 im Exil). Im Mai 1933 bei Max Perl, Berlin, versteigert. Auf Vermittlung des deutschen Kunsthandels „faire und gerechte“ Einigung des vormaligen Eigentümers mit den Erben nach Curt Glaser.

PROGRAMM
Begrüßung: Dr. Rupert Keim
Keynote: Prof. Dr. Michael Wolffsohn: Recht, Gerechtigkeit, Frieden

TEIL 1: VORTRÄGE: WAS IST RAUBKUNST? HISTORIE – DEFINITION – RECHT
– Michael Eggert: Von den Collecting Points zu den Washington Principles. Ein Überblick zu den Grundlagen der Restitution.
– Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig: Die Entwicklung seit den Washington Principles.
– Dr. Nicolai von Cube: Aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen. Über den Umgang mit belasteten Kunstwerken in privatem Besitz und im Handel.

TEIL 2: PODIUMSGESPRÄCH ZU PROVENIENZ UND RESTITUTION IN DER PRAXIS
Die Kunsthändler Dr. Christoph Andreas, Carl Gebhardt und Silke Thomas sprechen über Provenienzthemen und ihre Erfahrungen mit Restitutionen sowie über ihren Umgang mit Kunstwerken unklarer Herkunft. Prof. Peter Raue hat mehrere Restitutionsverfahren begleitet und bringt seine Sicht als Rechtsanwalt, Sammler und Kunstmarktkenner ein. Dr. Christian Fuhrmeister und Dr. Uwe Hartmann sprechen über die Beziehung von Kunstwissenschaft und Handel, über das Dilemma der Provenienzlücke und die politische Bedeutung der Restitution in Deutschland. Moderation durch Thomas E. Schmidt.
Anschließende Diskussion mit dem Podium und dem Publikum.

TEIL 3: LÖSUNGSANSÄTZE UND PERSPEKTIVEN: COMPLIANCE – VERSICHERUNG – RESTITUTIONSGESETZ?
– Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier: Recht versus Moral? Verfassungsrechtliche Grenzen eines Restitutionsgesetzes.
– Dr. Christina Berking: Wem gehört die Kunst? Überlegungen zu einer außergesetzlichen Befriedung zwischen Anspruchstellern und Kunstbesitzern.
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig, Dr. Rupert Keim, Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier und Dr. Johannes Nathan im Gespräch über einen zukünftigen fairen und gerechten Umgang mit NS-Raubkunst im und für den Kunsthandel. Moderation durch Dr. Christina Berking.
– Abschlussdiskussion mit dem Publikum
– Empfang und Ausklang

ANMELDUNG
Teilnahme: 60 Euro (Mitglieder der Kunsthandelsverbände 30 Euro)
Anmeldebogen: PDF Download hier
Anmeldung an: info@interessengemeinschaftdeutscherkunsthandel.de
Teilnehmerzahl begrenzt

Adresse/Tagungsort:
KARL & FABER Kunstauktionen
Amiraplatz 3 (Luitpoldblock)
80333 München