14. Juni 2019

Nachbericht | Wenn München London sticht…

Nachbericht Auktionen für Moderne und Zeitgenössische Kunst vom 5./6. Juni 2019 bei KARL & FABER

München, 14.6.2019

STARKES INTERNATIONALES INTERESSE UND ONLINE-AUFSCHWUNG
Am Mittwoch, 5. Juni 2019 sowie am Donnerstag, 6. Juni 2019 fanden bei KARL & FABER die Frühlingsauktionen für Moderne sowie Zeitgenössische Kunst statt unter reger Beteiligung eines internationalen Publikums aus zahlreichen europäischen Ländern, den USA, Israel und Argentinien sowie vermehrt aus dem asiatischen Raum (China, Japan, Korea und Singapur) statt. Bei diesen Auktionen war außerdem eine deutliche Zunahme der Internetgebote zu verzeichnen. Nicht allein die Anzahl der Online-Bieter, sondern auch die Höhe der Gebotssummen stiegen deutlich an. Diese entwickelten sich erstmalig bis zu hohen fünfstelligen Beträgen.

DIE HIGHLIGHTS: WENN MÜNCHEN LONDON STICHT…
An der Spitze der Auktion Moderne Kunst stand Ernst Wilhelm Nays Blauklang aus dem Jahr 1953 (Los 548), den eine deutsche Privatsammlung für € 325.000* erwarb. Somit verdreifachte das Gemälde fast das Ergebnis, das es im Juni 2012 bei Christie’s eingebracht hatte. Das Calla-Stillleben im Spiegel von Hermann Max Pechstein (Los 519), im Juni 2018 bei Sotheby’s in London unverkauft, fand einen internationalen Käufer und brachte € 237.500*. Paul Signac‘ Cathédrale d’Anvers (Los 510) gehörte ebenfalls zu den Highlights und ging für € 100.000* in sein Ursprungsland zurück und Augusto Giacomettis Stillleben mit Ranunkeln (Los 515) bekam eine Schweizer Privatsammlung für € 93.800*.

Zu den Spitzenlosen der Auktion Zeitgenössische Kunst zählten ein Aquarell 16.4.88 von Gerhard Richter (Los 831), das ein deutscher Privatsammler für € 125.000* bekam. Marcel Broodthaers konzeptuelles Bild René Magritte écrit 1898-1967 (1972, Los 856) wechselte für € 91.300* nach England. Die zweiteilige Wandarbeit von Blinky Palermo (Los 826) kam aus NRW und ging für € 87.500* ins Rheinland zurück. Rosemarie Trockels Wandobjekt Ohne Titel III (Los 877) in Form einer dreieckigen Holzbürste wechselte für € 75.000* in eine andere deutsche Privatsammlung.

MODERNE KUNST: GROSSE NACHFRAGE NACH INFORMEL UND INTERNATIONALER DRUCKGRAFIK DER KLASSISCHEN MODERNE
In der Modernen Sparte versteigerte KARL & FABER Gemälde des Informels ebenfalls sehr erfolgreich. Die Gouache Jütland (Los 547) und das Aquarell Stadt mit Brücke und Badenden (Bretagne) (Los 657) von Ernst Wilhelm Nay erreichten jeweils € 56.300* und € 18.800*. Fritz Winters Ölgemälde Mit Kreisen (Los 549) überstieg mit € 47.500* deutlich seine Taxe.

Weitere deutsche Künstler gehörten zu Lieblingen der Auktion. Eine institutionelle Sammlung in Baden-Württemberg ersteigerte Richard Zieglers Ölbild Urteil des Paris (Los 523) für € 62.500*. Darüber hinaus verzeichnete Lyonel Feiningers Aquarell A passing Sail mit € 30.000* ein sehr gutes Ergebnis deutlich oberhalb seiner Schätzung. Max Liebermanns Pastell Blumenterrasse im Wannseegarten nach Nordweseten (Los 501) beglückte einen Saalbieter für € 31.300.

Die internationale Druckgrafik der Klassischen Moderne sorgte für lange Bietergefechte und übertraf oft ihre Taxe. Sie wurde angeführt von zwei Lithografien von Wassily Kandinsky (Orange, Los 524 / € 62.500*) und Pablo Picasso (Femme Assise (Dora Maar), Los 540 / € 32.500*). Zu den begehrten Werken der Offerte gehörten weitere Radierungen Picassos: Scéne bacchique au minotaure (Los 238 / € 31.250*) und Le Combat dans l’aréne (Los 539/ € 18.750*).

Ein Stehender weiblicher Dreiviertelakt aus Terrakotta von Moissej Kogan (Los 670) sorgte für die größte Überraschung. Mit € 5.000-7000 geschätzt wechselte er schließlich spektakulär bei € 18.800* von einer rheinländischen in eine süddeutsche Privatsammlung.

ZEITGENÖSSISCHE KUNST: DEUTSCHE MALER HOCH IM KURS
In der zeitgenössischen Kunst wurde im Besonderen das Mittelsegment zwischen € 10.000 und
€ 100.000* hart umkämpft. Deutsche Künstler standen hoch im Kurs. Neben Gerhard Richters Aquarell wurden auch Aquarelle von Georg Baselitz (Lose 849-851 / € 18.750*-25.000*) sowie seine Plastik Vogelscheuche (Adler) (Los 852 /€ 42.500*) sehr begehrt. Das Ölgemälde Systemklemme von Jörg Immendorff (Los 837) kaufte eine bayerische Sammlung an.
Selten auf dem Markt zu findende Serigrafien von Blinky Palermo (Flipper, 1970, Los 823 / € 40.000*) erwarb eine rheinländische Sammlung. Werner Büttners Selbstporträt Der Künstler reißt sich als Baby die Windeln vom Leib (Los 853) € 27.500 verlor eine deutsche Galerie schließlich gegen Singapur.

Die Werke der ZERO-Gruppe kamen ebenso sehr gut an, im Besonderen die Offerte von Günther Uecker, die vollständig verkauft wurde: den mit Nägeln übersäten Block (Los 818) à € 43.750*, den bei einer Performance in der Galerie Walter Storms entstanden Raum zerteilter Vorstellung (Los 817) à € 22.500* und den Holzkasten mit 20 Serigrafien Sarajewo (Los 819) à € 31.250.

Das farbfrohe geometrische Aquarell des amerikanischen Minimalisten Sol LeWitt (Los 822) war das meist bebotene Bild der Auktion. Nach einem langen Bietergefecht verdoppelte es mit € 50.000* seine oberste Schätzung und ging nach Frankreich gegen Deutschland und die USA.

In der österreichischen Sparte verzeichneten Günter Brus, Erwin Wurm und Herbert Brandl die besten Ergebnisse. Wurms beide titellose Plastiken erreichten € 12.500* (Los 875) und € 15.000* (Los 876). Das gestisch abstrakte Bild ohne Titel von Brandl (Los 847) ging für € 18.750* über den Tisch. Die sehr begehrte Mappe Die Botschaft mit sechs Radierungen von Brus (Los 958) versechsfachte fast ihre Taxe mit € 11.250* nach einem sehr langem Bietergefecht.

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld von 25 %

KONTAKT
Dr. Anne-Cécile Foulon
Leiterin Kommunikation & Development
KARL & FABER Kunstauktionen GmbH
Amiraplatz 3 | D – 80333 München
presse@karlundfaber.de
T +49 89 24 22 87-17 / F +49 89 22 83 350
www.karlundfaber.de

 

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Pressemitteilung Auktionen 289&290 |Nachbericht Karl und Faber

Fotoindex Moderne & Zeitgenössische Kunst | Frühjahr 2019